Wie geht Modulbau ?

Wenn man mit anderen Gleichgesinnten auf der Basis von Modulen größere Anlagen (wir nennen das Arrangement) aufbauen und betreiben will, muss man natürlich sicherstellen, dass sich die Module mechanisch, elektrisch und idealerweise auch optisch zusammenfügen und -bespielen lassen. Es ist also ein Mindestmaß an Absprachen nötig, damit das System funktionieren kann.

Wir im Team 1000 orientieren uns an der Norm des FREMO (Freundeskreis europäischer Modelleisenbahner e.V.), speziell hier die Norm für die Spur H0m. Der Internetauftritt hierfür lautet www.fremo-net.eu. Die wesentlichen Punkte dieser Normung sind:

  • das Profil des Modulkopfes
  • die elektrischen Übergänge
  • die Steuerung der Fahrzeuge
  • die Höhe der Schienenoberkante über Fußboden
  • einige Details des Schienenweges und an Fahrzeugen
  • Zeichnungsstandards für die Arrangementplanung
Zu 1., Profile der Modulköpfe:
In der Praxis unserer Gruppe kommen nur 2 Profilformen der Modulköpfe vor, ein Flach-profil („M97“) und ein Mittelgebirgsprofil („H03“). Da wir auch den Anschluss an eine regel-spurige Bahn spielen, kommen dort 2 – 3 weitere Modulprofile (flach, bergig, Industrie) ins Spiel.

Die einfachste Art des Modulbaus ist ein Einzelmodul (Länge min. 10 cm, max. ca. 150 cm), das an den beiden Köpfen ein Normprofil aufweist. Welche der beiden Profilformen dabei eingesetzt werden, ist völlig frei, es kann also ein Modul an einem Ende das Bergprofil, am anderen Ende das Flachprofil haben, auch kann die Gleislage vom einen zum anderen Ende verschwenken. Natürlich sind auch Kurven mit beliebigen Winkeln erlaubt.

Interessanter wird es beim Bau einer komplexeren Modulgruppe, etwa einem Abzweig, einem Bahnhof oder einer speziellen Landschaftsformation: hier kommt es immer darauf an, das an dem jeweiligen Modulübergang, der zum nächsten genormten Modul vorgesehen ist, eine der beiden Normprofile verwendet wird. Was innerhalb der jeweiligen Modulgruppe an den Übergängen passiert, ist dem Erbauer frei überlassen, denn die jeweiligen Module werden ja immer in ein- und derselben Weise zusammen aufgebaut.

Zu 2., elektrische Übergänge:
Da wir grundsätzlich mit dem Digitalsystem DCC steuern, braucht es am Modul nur 2 Kabelübergänge an jeder Seite, um die Gleise mit Fahrstrom zu versorgen.
Sollte in einem Modul Fremdstrom nötig sein (z. B. für Beleuchtung, Weichenantriebe etc.), muss für die Stromversorgung selbst gesorgt werden; dabei darf es keine elektrische Verbindung zwischen der 2-poligen Ringverdrahtung und dem Fremdstrom geben.

Zu 3,. Steuerung der Fahrzeuge:
Um einen freizügigen Betrieb aller Fahrzeuge auf einem Arrangement zu ermöglichen, ist ein digitales Steuersystem unerlässlich. Wir arbeiten im Team 1000 mit dem Digitalprotokoll DCC. Jedes Triebfahrzeug muss also einen entsprechenden Digitalempfänger haben, darüber hinaus gibt es auf den Treffen einen Digitalzentrale, Booster, um auf den Modul-gruppen ausreichend Leistung zur Verfügung zu haben, mobile Fahrzeug-Steuergeräte, damit der Spieler seinem Fahrzeug auch folgen kann, und schließlich DCC-Schnittstellen, um die Steuergeräte mit der Zentrale verbinden zu können.
Das alles ist kein Hexenwerk und durchaus erschwinglich. Jeder Mitspieler baut mit der Zeit seine Ausrüstung entsprechend seines Modul- und Fahrzeugumfangs auf; es gibt bei uns im Team 1000 und natürlich im FREMO immer Leute, die dabei behilflich sind; auch gibt es eine ganze Reihe Artikel, die im Zuge der FREMO-Aktivitäten speziell entwickelt wurden, die ihre Praxistauglichkeit immer wieder zeigen und auch erhältlich sind.

Zu 4., Höhe über Fußboden:
Wir bauen unser Arrangement so auf, dass die Schienenoberkante 1,30 m über Fußboden ist. Das hat zum einen den Vorteil, dass Augen und Hände sehr nah am Spielgeschehen sind und man sich beim Spielen kaum bücken muss, zum anderen bleibt so das Durch-tauchen unter den Modulen, was je nach Arrangement nicht immer zu vermeiden ist, noch erträglich.
In der Praxis kann man das nicht immer auf den cm genau realisieren, weil die Hallenböden doch manchmal Überraschungen bereithalten. Deshalb sollten die Beine, die die Module tragen, eine Höhenverstellbarkeit von etwa +/- 1,5 cm leisten können.

Zu 5., Details am Schienenweg und Fahrzeugen:
Neben der exakten Spurweite von bei uns 12 mm sind noch einige Kleinigkeiten festzulegen, damit der Betrieb störungsfrei funktionieren kann. Dazu gehört auch ein exakt eingestelltes Radsatzinnenmaß (ist werkseitig leider nicht automatisch o.k.), korrekte Kupplungshöhen (damit Fahrzeuge unterschiedlicher Hersteller gut untereinander kuppeln) sowie Lichtraumprofil (damit keine Bäume, Masten, Bahnsteigkanten oder Fahrzeuge und Figuren mit den Schienenfahrzeugen kollidieren).

Zu 6.; Zeichnungsstandards:
Damit ein Arrangement geplant werden kann, braucht es für jedes Modul eine CAD-Zeichnung, die auch einigen Standards entsprechen muss. Das muss der Modulerbauer nicht selbst erstellen, denn da gibt es im Team 1000 und auch im FREMO genug Leute, die das übernehmen; man muss sich nur drum kümmern.

Zum Schluss noch ein Beispiel, wie der Arrangementplan eines Treffen aussehen kann, in diesem Fall unser letztes Treffen Anfang Oktober 2020 in Engelskirchen-Osberghausen:

Jürgen Piffka

Ein H0m-Modul im Rohbau. Gut zu erkennen im Vordergrund: das Bergprofil H03.

Durch geschickte Anordnung der Modultrennungen und der Gleisführungen lassen sich trotz Normprofilen auch regelmäßige Kurven erzeugen: an allen Modultrennungen wurden Normköpfe realisiert.

Die Modulgruppe des Bahnhofs Hasselfelde (Endbahnhof) hat nur an der Einfahrt (kurz hinter dem Baum) einen genormten Modulübergang (hier: M97), ansonsten sind die Modulübergänge völlig individuell.

 


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